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Personalisiertes E-Learning - Must-Have oder Nice-to-have?

Mittwoch, 09. August 2017 - 0 Kommentare - Kategorie: E-Learning Trends

In klassischen Präsenzschulungen sind es Lernende gewohnt, dass der Trainer auf individuelle Fragen eingehen oder bestimmte Aspekte noch einmal vertiefend erläutern kann. Im E-Learning kann diese personalisierte Lernform nicht mehr geleistet werden - oder doch? Wir wollen Ihnen drei Strategien vorstellen, mit denen Sie die Brücke zum personalisierten E-Learning schlagen.

Personalisiertes E-Learning

Personalisieren, Individualisieren – ein Trend der sich in der Werbung, auf Google und auf nahezu allen sozialen Plattformen wie Facebook und Twitter verbreitet und inzwischen auch Einzug im Bereich E-Learning gefunden hat.1 Für viele Nutzer digitaler Welten sind (personalisierte) Algorithmen also keine Besonderheit mehr, sondern nahezu Standard. Ganz nach dem Motto: Die Suchmaschine findet, was ich gerade denke und Facebook zeigt mir, was mich wirklich interessiert.

Allerdings sorgt „personalisiertes Lernen“ in Unternehmen schnell für Sorgenfalten. Welcher Aufwand steckt dahinter? Steht das im Verhältnis zum Gewinn durch personalisiertes Lernen? Und vor allem: Wie lässt sich E-Learning so spezifisch auf die Lernenden zuschneiden, bei einer Vielzahl an Lerntypen, Persönlichkeitsmerkmalen und Lernvorlieben?

Die Fragen sind komplex und nicht einfach mit einer ultimativen Lösung zu beantworten. Allerdings zeigen sich in der E-Learning Praxis erste Ansätze, die den Weg für „personalisiertes E-Learning“ bereiten. In diesem Artikel wollen wir Ihnen drei Ideen näher bringen, die personalisiertes Lernen in der Praxis auch für Unternehmen mit einer größeren Mitarbeiterzahl greifbarer machen.

 

Personalisierung: Der Schlüssel zum Erfolg?

Die Grundannahme personalisierten Lernens ist die Tatsache, dass jeder Mensch individuell lernt, individuelle Vorlieben und Schwächen beim Lernen mitbringt und häufig auf unterschiedliches Vorwissen zu einem Thema zurückgreift. Ein Beispiel: Ein informativer Text zum Thema „Erste Hilfe“ kann für den einen schnell zu erfassen und in der Praxis umzusetzen sein, da er Wissen über das Sehen und Lesen am besten erfassen kann. Der andere muss es zusätzlich in der Praxis vor sich haben und der Dritte weiß auf Grundlage seines Vorwissens als freiwilliger Ersthelfer bereits, was der Text nur noch einmal auffrischt. Je nach „Lerntyp“  nimmt der Grundlagentext unterschiedlichen Einfluss auf den Lernerfolg.

E-Learning Programme sind inzwischen soweit fortgeschritten, sodass die Lernenden über diverse Tools und Methoden, wie Spielelemente und interaktive Formate, direkt und persönlich angesprochen werden können. Dies erhöht deutlich die Lernmotivation, doch personalisierte E-Learning Systeme sollten darüber hinaus identifizieren, welcher Lerntyp bzw. welcher Lernweg für Nutzer XY am erfolgreichsten wäre.

 

Die richtige Strategie2

Auf Grundlage von Expertenmeinungen lassen sich drei mögliche Strategien festhalten, die hin zu einer personalisierten E-Learning Lösung führen. Diese möchten wir Ihnen im Folgenden kurz vorstellen:

1. Vorbereitetes Lernen bzw. „Preparatory Learning“

Dabei handelt es sich um eine Methode, die vor dem eigentlichen Lernen angewandt wird. Sie bereiten Ihre Mitarbeiter vor dem Absolvieren des Lernkurses gezielt auf den Lernplan, die Inhalte und die abgefragten Tests vor. So können die Lernenden Ihre Stärke und Schwächen bezüglich der Lerninhalte noch vor dem Training identifizieren. Mit diesem Schritt vereinfachen Sie die Herangehensweise an den Kurs, indem der Nutzer im Vorhinein seine Möglichkeiten, Interessen und somit auch eine gewisse Struktur erfassen kann. Ähnlich wie in einem Vorbereitungskurs, bekommt der Nutzer einen Eindruck davon, was ihn erwartet und an welchen Stellen er beispielsweise mehr Konzentration und Überlegungen braucht.

2. Microlearning

Gestalten Sie Ihren Kurs individueller indem Sie die Lernmodule in kleine Lernabschnitte gliedern. Diese Methode ist unter dem Stichwort „Microlearning“ bereits etabliert. Der Vorteil: Sie können einzelne Abschnitte je nach Bedarf zur Verfügung stellen. Auch wenn ein Kurs für viele Ihrer Mitarbeiter konzipiert ist, so können Sie anhand der Lern-„Häppchen“, die Sie in Gruppen oder Kategorien untergliedern können, gezielt denjenigen Teilnehmern zur Verfügung stellen, die auf dem Gebiet noch keine Erfahrung haben und somit Lernbedarf aufweisen. So schaffen Sie individuelle Trainingseinheiten, ohne dass Mitarbeiter mit hoher Expertise diese Abschnitte nochmal wiederholen müssen. Probieren Sie für Fortgeschrittenere auch eine optionale Test-Kategorie aus, in der sich der Teilnehmer in einem Lernabschnitt nocheinmal selbst herausfordert oder sein Wissen „auffrischt“.

Der Vorteil von Microlearning besteht vor allem darin, dass Sie an keine Reihenfolge  im klassischen Sinne gebunden sind, da die Module unabhängig voneinander funktionieren. Mit kurzen Lerneinheiten (max. 10 - 15 Minuten) erhöhen Sie nicht nur die individuelle Anpassung der Lerninhalte, sondern auch die kognitive Aufmerksamkeitsspanne ihrer Nutzer.3

3. Personalisierter Lernplan

Wahrscheinlich am effektivsten, aber auch am zeitintensivsten ist der eigens erstellte Lernplan für individuelle Nutzer. Mit diesem können Sie Lerneigenschaften individuell berücksichtigen und den Kurs entsprechend an die jeweilige Arbeitsumgebung anpassen. Wichtig ist hier, dass Sie den Lernenden Lernetappen und -ziele an die Hand geben. Das können persönliche Ziele, Rückblicke auf Lerninhalte und –erfahrungen und/oder soziale Interaktionen, z.B. in Form eines Rankings, sein. Diese Anwendungen erhöhen nochmals das Motivations- und Lernpotenzial. Bestenfalls stellen Sie bei der Erstellung eines personalisierten Lernplans einen Fachexperten (im Englischen „Subject Matter Expert“) zum jeweiligen Thema zur Verfügung. Dieser oder mehrere Experten helfen Ihnen dabei Lernziele und Details zu Inhalten zu erarbeiten.4  Mit dieser Unterstützung können Sie davon ausgehen, dass auch das gelernt wird, was wirklich wichtig ist und nicht allein den Vorlieben des Nutzers entspricht. Im Gegenzug erhalten Sie aber auch hoch-involvierte und zufriedene Mitarbeiter.

 

Diese drei Ansätze geben einen ersten Eindruck davon, was mit dem Trend der Personalisierung praxisnah möglich ist.. Ein abschließendes Fazit über die Notwendigkeit soll bei Ihnen liegen. In jedem Fall sollten Sie darauf achten, dass Lernthema und Lernziel im Dschungel der Individualisierung und Personalisierung immer Priorität haben.

Wie denken Sie über den Einsatz von Personalisierungsstrategien im E-Learning – ein „nice-to-have“ oder ein „must-have“? Schreiben Sie uns gerne in den Kommentaren.


Quellen:
  1. Why Personalization Is The Key To Corporate Learner Engagement
  2. How To Create Personalized eLearning Solutions
  3. What Is Microlearning And Why You Should Care
  4. Was ist ein SME?


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