Intelligentes Storytelling im E-Learning: Erfahren Sie mehr

Dienstag, 29. August 2017 - Kategorie: Tipps & Tricks

Storytelling ist das Buzzword unserer Zeit. Doch dahinter steckt die simple Idee mit Geschichten Menschen zu erreichen. Der Erfolg, der für Unternehmen und Marken in Klickzahlen zu messen ist, kann Ihnen helfen noch mehr Lernmotivation und -bereitschaft der E-Learning Teilnehmer zu erreichen. Wir wollen Sie in die Welt der Geschichten entführen und ein paar einfache Tipps mitgeben, wie Sie noch mehr aus Ihrem Online-Kurs herausholen.

Intelligentes Storytelling im E-Learning: Erfahren Sie mehr

Stehen Sie vor dem Problem, dass die Teilnehmerzahlen Ihrer E-Learning Kurse noch immer nicht Ihren Erwartungen entsprechen? Oder wollen Sie Ihren Kurs für die Lernenden noch interessanter und innovativer gestalten? Dann wollen wir Sie mit diesem Artikel in die Welt des Storytellings entführen und mit sieben simplen Tipps von dieser wertvollen Methode überzeugen.

 

Was ist Storytelling?

Alles, was uns umgibt, ist Geschichte. Und Geschichten begeistern. Und je spannender, überzeugender und involvierender diese sind, desto stärker bleiben wir als Zuschauer an der Story dran. Diese immense Wirkung kennen wir bereits von Unterhaltungsmedien, wie Film und Fernsehen. Inzwischen hat sich das Erzählen von Geschichten auch in der Arbeitswelt etabliert und ist insbesondere im Marketing und im Journalismus unter dem Schlagwort „Storytelling“ bekannt.

„Als Storytelling wird eine Methode bezeichnet, bei der Rezipienten Wissen, Ideen, Produkte oder sonstige Informationen durch konstruierte oder reale Geschichten vermittelt bekommen“ 1

Ziel dieser didaktisch wertvollen Vorgehensweise ist es vor allem die Informationen lebendig und verständlich in eine Geschichte zu verpacken, die den Zuschauern lange im Gedächtnis bleibt. Insbesondere trockene oder hoch komplexe Themen profitieren von dieser Methode, da durch erzählerische und emotionalisierende Elemente die Aufnahme- und Konzentrationsfähigkeit der Zuschauer gehalten oder sogar erhöht wird. Als Grundprinzip von Storytelling gilt die Vereinfachung. Inzwischen hat sich diese Methode daher auch im Bereich Edutainment etabliert und findet immer mehr Anklang.

Doch in der Praxis stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung alle relevanten Botschaften in einem E-Learning Kurs unterzubringen. Das Konzept des Storytellings kann Ihnen hierbei helfen gezielt Botschaften entlang eines Erzählstrangs zu platzieren.

 

Wie können Sie Geschichten im E-Learning richtig einsetzen?

„Die Kernelemente des Storytelling liegen in der Narration, der Dramaturgie und der Interaktivität.“ 2

Natürlich gibt es hierzu kein Allgemeinrezept. Je nach Bedarf, Thema und Geschmack geben Sie die Zutaten für Ihre überzeugende Geschichte hinzu. Dennoch gibt es ein paar Tipps und Tricks an denen Sie sich orientieren können, um möglichst viel für Ihre Lernkurse herauszuholen. Daher stellen wir Ihnen sieben wichtige Punkte vor:3

 

1. Folgen Sie dem Spannungsbogen

In der klassischen Dramaturgie gibt es drei wesentliche Schritte, denen der Aufbau einer Geschichte folgen sollte. Die (1) Exposition bzw. die Einführung der Charaktere oder der Situation. Worauf (2) die Zuspitzung zum Höhepunkt oder Konflikt folgt, die dann in (3) einer Auflösung endet. Dieser Spannungsbogen ist unumgänglich. Auch wenn für die Lernenden die Informationen des Kurses im Vordergrund stehen, so sollten Sie den Vorteil des Storytellings voll ausschöpfen. Wenn der Nutzer direkt von Beginn an in die Geschichte involviert ist und mittels seiner Interaktionen das Geschehen beeinflussen kann, dann fällt es ihm leichter mit den Charakteren zu sympathisieren. Der Spannungsbogen ist außerdem deshalb so wichtig, da der Nutzer erwarten kann, dass er mit seinen Aktionen die Geschichte zu einem Wendepunkt und einer Lösung bringen kann.

2. Packen Sie die Nutzer bei ihrer Neugier

Sie brauchen die Aufmerksamkeit der Nutzer ab der ersten Sekunde. Da der Kurs nur eine begrenzte Länge hat und die Nutzer am Arbeitsplatz oder an Mobilgeräten leicht vom Kurs abgelenkt werden können, sollten Sie den Start ihrer E-Learning Story fesselnd  verpacken: Ziehen Sie den Lernenden in den Bann der Geschichte. Das kann zum Beispiel über eine aufmerksamkeitserregende Aussage oder eine herausfordernde Frage sein, die Neugier auf die nächsten Schritte weckt. Dieser Einstieg sollte thematisch bereits am Inhalt Ihres Kurses orientiert sein. Zwar kann die Einführung der Geschichte unterhaltsame und spielerische Elemente beinhalten, bedenken Sie jedoch, dass eine Geschichte nur dann gut funktioniert, wenn Anfang und Ende miteinander harmonieren.

3. Spielen Sie mit Emotionen

Geschichten leben von Emotionen. Diese Absicht verfolgt auch das Storytelling. Wenn sich die Lernenden mit den fiktiven Charakteren der Geschichte identifizieren, ihre Handlungen und Emotionen nachempfinden, dann können diese Empfindungen leicht(er) in das reale Leben übertragen werden. Wenn wir Situationen mit einem starken Gefühl verbinden, prägt es sich besonders tief in unser Gedächtnis ein.3 Neben einem dramaturgischen Aufbau, sollten Sie sich also Gedanken machen, welche Emotionen Sie wecken möchten. Wollen Sie Vorbildcharaktere schaffen, denen der Nutzer nacheifert? Soll es um abschreckende Szenarien gehen oder sollen Erfolgserlebnisse und Glückgefühle im Vordergrund stehen?

4. Halten Sie die Spannung!

Komplexe Themen verlieren sich schnell in Details. Und in einem Wirrwarr an Details verliert der Zuschauer das Interesse. Um zu verhindern, dass die Aufmerksamkeit der Lernenden schwindet, konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Anhand eines Storyboards können Sie Ihre Lerninhalte nicht nur dramaturgisch, sondern auch vom Arrangement der Handlungsstränge und Aktionen vororganisieren. Überlegen Sie sich gut, wie Sie die Spannung der Geschichte aufrechterhalten. Ist es notwendig jede neue Szenerie vorzustellen? Ist es wichtig, den Protagonisten häufig zu „Wort“ kommen zu lassen? Hier unser Tipp: Eine gute Geschichte braucht Dreh- und Wendepunkte. Dafür muss der Nutzer nicht andauernd mit spannenden Elementen unterhalten werden. Wenn der Nutzer erst einmal mitten in der Geschichte steckt, geben Sie ihm Zeit Situationen oder Aktionen zu reflektieren und im Kursverlauf anzuwenden. Nur so kann das Gelernte auch direkt praktisch umgesetzt werden.

5. Sprechen Sie alle Sinne an

Das emotionale Empfinden ist das wichtigste Merkmal für eine gute Story. Unterstützt werden kann dieses emotionale und kognitive Involvement durch multisensorische Elemente. Darunter werden audiovisuelle Elemente, wie Bilder und Tonspuren, und die Beschreibung fühlbarer Sinne wie Geruch und Tastsinn verstanden. Hier gibt es zwei Anwendungsmöglichkeiten: Zum einen können Sie diese Sinneskomponenten direkt auf Textebene in die Geschichte integrieren, z. B. „Kollege Marc riecht Rauch und spürt wie die Temperatur im Raum ansteigt“. Oder aber Sie binden audiovisuelle Elemente wie Feuerflammen und Rauchmeldertöne mit ein. Der Nutzer bekommt ein Gespür dafür, in welcher Situation sich die Protagonisten oder er selbst sich befindet und handelt intuitiv, wie im realen Leben. Allerdings gilt auch hier: Dosieren Sie gut! Zu viele Reize lenken vom Wesentlichen ab.

6. Schaffen Sie Hürden oder Konflikte

Der Aufbau einer guten Geschichte beinhaltet, wie oben beschrieben, einen zentralen Konflikt oder zumindest eine Hürde, die es zu lösen bzw. zu überwinden gilt. Auch hier gilt: Je näher Ihre Geschichte am alltäglichen (Berufs-)Leben der Lernenden spielt, desto höher ist das kognitive Engagement. Fordern Sie die Nutzer heraus, indem Sie z.B. einem Konflikt am Arbeitsplatz darstellen. Zeigen Sie außerdem verschiedene Wege auf, mit denen der Nutzer das jeweilige Problem bewältigen kann. Aus diesen Situationen kann der Nutzer dann die richtigen Wege und Möglichkeiten lernen, um derartige Konflikte im realen Leben zu verhindern oder richtig zu lösen.

7. Überraschen Sie!

Überlegen Sie sich einen überraschenden Wendepunkt der Geschichte. Nichts ist langweiliger als das Erwartbare. Drehen Sie den Spieß um und wenden Sie die Geschichte zum Unerwarteten. Orientieren Sie sich dabei weiter am Handlungsstrang, und zwar so, dass der Lernende nicht verwirrt wird oder sogar den Faden verliert. Solch ein Wendepunkt kann zum Beispiel ein fehlendes Element der Geschichte sein, von dem man ausgegangen ist, dass es auf jeden Fall eintritt. Z. B. ein fehlender Feuerlöscher im Büro. Eine Notsituation, in der der Lernende überraschend umdenken muss. Sie können solche Überraschungsmomente auch in kleineren Abständen in die Geschichte verstricken. Achten Sie nur darauf, dass die Schlüsselmomente der Lerninhalte nicht verloren gehen.


Geschichten erzählen und davon lernen. Das ist möglich und für fast jedes Thema individuell umzusetzen. Dieser Beitrag zeigt, dass es ein paar Punkte zu berücksichtigen gilt, wenn Sie Storytelling sinnvoll im E-Learning einsetzen wollen. Machen Sie sich Gedanken, was Ihr Kurs an Kerninformationen vermitteln soll, wie Sie die Geschichte in eine geeignete Form bringen und mit welchen Elementen Sie den Nutzer gezielt einbinden können.

Erzählen Sie uns Ihre Geschichte und hinterlassen uns einen Kommentar. Wir freuen uns.

 

Und die Moral dieser Geschicht’: Gute Geschichten vergisst man nicht.


Quellen:
  1. Storytelling einfach erklärt
  2. Digital Storytelling (PDF-Vorschau)
  3. Storytelling In eLearning: 7 Tips And Tricks For eLearning Professionals
  4. Erinnern mit Gefühl

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