Performance Support – 4 Strategien wie Sie Lernerfolge optimieren

Mittwoch, 20. September 2017 - Kategorie: Tipps & Tricks

Mit E-Learning ist Lernen wieder attraktiv und unabhängiger geworden. Ein Vorteil den viele Unternehmen für sich nutzen, da sie das Lernen auf online- oder webbasierten Anwendungen den Lernenden selbst in die Hand geben können. Doch genau hier tut sich ein Problem auf, dass als sogenannte „training gap“ beschrieben wird. Wir erklären Ihnen, was es damit auf sich hat und wie Sie diesem Problem erfolgreich entgegenwirken können.

Performance Support – 4 Tipps wie Sie Lernerfolge optimieren

Der Markt rund ums E-Learning wächst zunehmend weiter. Die Industrie der betrieblichen Weiterbildung ist inzwischen über 140 Milliarden Dollar schwer.1 Experten rechnen damit, dass insbesondere digitales Lernen die Zukunft der Weiterbildung sein wird. Die heutigen technischen Möglichkeiten erlauben es, Lernkultur ganz neu zu definieren – weg vom Lernen fernab vom Arbeitsplatz, hin zum Lernen direkt am Arbeitsplatz. Doch trotz einer Vielzahl technischer Möglichkeiten und Chancen zeigt sich immer wieder ein Problem: In der Praxis findet Gelerntes nicht immer erfolgreich Anwendung.

 

Das Problem mit der „training gap“

Als „training gap“ wird eine Situation beschrieben, in der die Erwartungen des Trainers nicht mit dem (Lern-)Ergebnis der Teilnehmer zusammenkommen und vice versa, heißt in der die gelernten Skills der Teilnehmer in der Arbeitspraxis keine Anwendung finden. In diesem Fall entsteht eine sogenannte „gap“ bzw. Lücke zwischen den beiden Parteien – ein gefürchtetes aber in der Praxis häufig vorkommendes Ereignis, das den E-Learning Kurs schnell in Frage stellen lässt. Laut einer Umfrage geben nur 12% der Lernenden an, dass Sie die Fähigkeiten, die Sie im E-Kurs erlernt haben, auch tatsächlich im Job anwenden können.2

Sie fragen sich wahrscheinlich, wie dieses Problem bestehen kann, wenn Sie doch bereits in eine sorgfältige Kurskonzeption investiert haben. Die richtigen und wichtigen Informationen zur Weiterbildung der Mitarbeiter wurden doch von und mit Experten festgesetzt? Warum können dann gelernte Skills nicht auch in der realen Arbeitsumgebung adaptiert werden?

Das Problem ist kein Neues. Wie auch in klassischen Präsenzschulungen passen Lehrform und Lerntyp in manchen Fällen einfach nicht zusammen oder es fehlt an zusätzlichen Informationen, die der Nutzer unterstützend hinzuziehen kann. Lernende, die eher über visuelle Formate lernen, tun sich langfristig eventuell schwer mit einem Kurskonzept, das auf Audio- und Text-Formaten beruht. Natürlich kann ein E-Learning Kurs hier nicht universell jeden Lerntyp abdecken. Aber auf der Hand liegt auch, dass Lernende, die dem Kurs nicht folgen können, kein effektives Training erfahren. Das Problem für Kursverantwortliche: Häufig trügt der Schein. Auch wenn das Online-Training absolviert – sogar erfolgreich absolviert – wird, so zeigt sich in der Auswertung für den Kurstrainer meist nicht, wie tief und wie spezifisch das Gelernte wirklich beim Teilnehmer aufgenommen und verinnerlicht wurde. Für viele Unternehmen ist diese Kluft ein großes Problem und wird zu einer zentralen Herausforderung. Zumal das Problem erst einmal identifiziert und mit den richtigen „Instrumenten“ gelöst werden muss. Und das bedeutet häufig auch, dass Unternehmen (erneut) investieren müssen. 

 

Die Lösung: Performance Support

Um die Lücke zu schließen, wollen wir Ihnen vier mögliche Strategien vorstellen, die unter den in der E-Learning Welt weit verbreiteten Überbegriff „Performance Support“ fallen.3

 

 

 

1. „Learning to go“ mit Flexibilität und Mobilität

Jeder Lerner lernt anders. Wir haben Ihnen in einem Artikel bereits die verschiedenen Lerntypen vorgestellt. Berücksichtigen Sie dies in Ihrer Kurskonzeption. Über den Kurs hinaus sollten Sie außerdem die Materialien 24/7 für die Lernenden zur Verfügung stellen, z. B. über eine Lern-Cloud oder internen Wissensspeicher. Lernen ist kein zeitlich limitierter Vorgang und nicht automatisch nach Abschluss des Online-Kurses verankert und abgehakt. Für viele Menschen ist es daher eine entscheidende Hilfe, das Material zu den gelernten Inhalten im Nachhinein in gedruckter Form vorliegen zu haben oder mobil während der Mittagspause erneut abrufen zu können. Im digitalen Zeitalter ist dieser „Service“ kaum mehr wegzudenken. Ganz nach dem Motto „Learning to go“ sollten Ihre Mitarbeiter wichtige Informationen schnell und umfassend abrufen können, um nachhaltig zu lernen.

 

2. Feedback in Daten, Zahlen und Fakten

Das „E“ im E-Learning steht im herkömmlichen Sinne für elektronisch unterstütztes Lernen. Diese E-Welt lebt von Daten, die Sie sich nicht nur zum Programmieren Ihres Kurses und innovativen Anwendungen zu Nutze machen können, sondern darüber hinaus auch aussagekräftiges Feedback bzw. Reportings generieren können. Wenn Sie im Rahmen des Kurses und darüber hinaus die Zugriffszahlen auf Materialien, die Nutzungsdauer und die Zugriffsmedien tracken, dann können Sie nicht nur ein zuverlässiges und umfassenderes Bild an das Management und die Teilnehmer weiterleiten, sondern entsprechend auch auf das Lern- und Nutzungsverhalten Ihrer Kursteilnehmer reagieren. Werden bestimmte Kurseinheiten, die Sie für die Qualifizierung Ihrer Mitarbeiter als essentiell betrachten in einer Bearbeitungszeit absolviert, die Sie für die Vertiefung nicht als ausreichend einstufen, so können Sie den Kurs dahingehend optimieren. Die Daten geben Ihnen somit Indizien, ob Optimierungsbedarf besteht oder Erfolge verzeichnet werden können.

 

3. Lernen im „Moment of Need“ 5

Web- und onlinebasiertes Lernen bietet inzwischen zahlreiche Applikationen mit denen Kursteilnehmer zu jeder Zeit an jedem Ort auf Online-Kurse, Lernmaterialien und Zusatzinformationen zugreifen können (siehe auch Punkt 1). In der Praxis zeigt sich aber oft, dass viele Herausforderungen erst direkt im Arbeitsprozess auftauchen. Auch wenn Ihre Mitarbeiter bereits mit Lernsimulationen so nah wie möglich an der realen Arbeitsumgebung lernen, so ist die Adaption in der Praxis anfänglich oft holprig. Hier bieten sich zwei Möglichkeiten an: (1) Nutzen Sie die technischen Möglichkeiten aus dem Bereich Social Learning, wie Chatfunktionen, Foren oder Social Communities, in denen Ihre Mitarbeiter ad-hoc-Fragen (oder auch generelle Nachfragen) an einen Lernbegleiter oder andere Kollegen richten können. Dieser Support ist allerdings je nach Komplexität des Themas nur eingeschränkt sinnvoll. Bei besonders komplexen Themen muss sichergestellt werden, dass Experten Fragen beantworten und es sich um ein adäquates und qualifiziertes Feedback handelt. In offenen Gruppen läuft man sonst Gefahr „falsch“ beraten zu werden. (2) Integrieren Sie Microlearning-Formate. In kleinen Lernhappen werden Informationen effektiv und konzentriert aufs Wesentliche vermittelt. Wenn diese Microeinheiten auch im Nachgang noch zur Verfügung gestellt werden (siehe Punkt 1), können Ihre Mitarbeiter situativ auf das Wissen zugreifen und es direkt in der Praxis anwenden.

 

4. Personalisierte Lernwege

Wie bereits einleitend beschrieben, gibt es unterschiedliche Lerntypen. Im besten Falle können Sie als Kursverantwortlicher unterschiedliche „Lernpfade“ für Ihre Teilnehmer anbieten. Wir haben Ihnen dazu in einem anderen Artikel weitere Informationen zu Personalisierungsstrategien im E-Learning zusammengefasst. So können Sie zum Beispiel Lernenden die Möglichkeit geben, die Lerneinheit in Form eines Podcasts (Auditiver Lerntyp) oder einer interaktiven Grafik (Visueller Lerntyp) zu bearbeiten. So steigern Sie nicht nur die Lernmotivation, sondern gehen individuell auf Lernvorlieben ein, was die Produktivität und Effektivität deutlich verbessern kann.

 

Die hier vorgestellten Strategien können in nahezu jedes Lern-Management-System integriert werden. Um den Lernerfolg Ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten, lohnt es sich bestehende Kurse dahingehend zu optimieren und regelmäßig Feedback einzuholen. So können Sie sichergehen, dass das, was Sie Ihren Mitarbeiter für den Arbeitsalltag vermitteln wollen, auch in der Praxis Anwendung findet.


Quellen:
  1. The Disruption of Digital Learning: Ten Things We Have Learned
  2. 10 Statistics on Corporate Training and What They Mean for Company's Future
  3. 8 Ways To Bridge Performance Gaps In Online Training
  4. How to Use The 5 "Moments of Need" Model In Corporate eLearning

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