Keine Fehler erlaubt? Oh doch! - 6 Möglichkeiten für „Lernen durch Fehler“

Donnerstag, 07. Juni 2018 - Kategorie: Tipps & Tricks

Wenn während des Lernprozesses Fehler gemacht werden, ist dies häufig mit negativen Emotionen verbunden. Dabei muss es das gar nicht. Denn Fehler können den Lernenden bei der Aneignung von neuem Wissen helfen! Wie das Möglich ist? Dies erfahren Sie in diesem Artikel über „Lernen durch Fehler“.

Keine Fehler erlaubt? Oh doch! - 6 Möglichkeiten für „Lernen durch Fehler“

Was genau ist „Lernen durch Fehler“?

Jeder kennt sie, und jeder macht sie – Fehler. Ursprünglich kommt der Begriff von dem altfranzösischen Wort „faillier“ und bedeutet übersetzt „sich irren“. Gemeint ist damit also eine Verfehlung vom eigentlich angestrebten Ziel1.

Im lernorientierten Kontext sind der Prozess des Lernens und das „Fehler machen“ nicht zu trennen. Denn laut der erfahrungsbasierten Lerntheorie2 lernt der Mensch nur durch Reflektion des Lerngegenstandes, weshalb Fehler und deren Korrektur zum richtigen Wissen und Handeln verhelfen sollen.


Der Nutzen für E-Learning3

Dieses Wissen über „Lernen durch Fehler“ kann im E-Learning angewandt werden, indem die Nutzer gezielt dazu getrieben werden, Fehler zu machen. Dabei spielt die Einsicht der Lernenden eine bedeutende Rolle. Denn nur wenn diese Ihre Fehlerquellen einsehen und verstehen, kann dies zum umgekehrten, positiven Effekt der Wissenserweiterung und Verfestigung führen. Hier haben wir für Sie sechs Möglichkeiten zusammengetragen, wie man „Fehler-Lernen“ im E-Learning integrieren kann:


1. Fehler als Option

Bei sogenannten Branching-Szenarios, einer interaktiven Form des Lernens bei der der Nutzer selbst Wahlentscheidungen trifft, welche den Kursverlauf mitgestalten (siehe Gamification), können falsche Optionen eingebaut werden. Wählt der Lernende die falsche Alternative aus, sollten Sie jedoch darauf achten, ihm ein detailliertes Feedback zu geben, was genau die andere Option besser macht. Denn wie bereits erwähnt, hilft nur das Verstehen und die Einsicht der Nutzer, um von dem jeweiligen Fehler in Form des Wissenszuwachses zu profitieren.


2. Nach Begründungen fragen

Unabhängig davon, ob Lernende eine Frage richtig oder falsch beantworten, sollten sie immer nach einer Begründung gefragt werden. Dies lässt sie nämlich ihre eigene Antwort reflektieren. Im besten Fall merken die Nutzer, welche falsch geantwortet haben auf diesem Wege selbst, dass ihre Antwort nicht richtig sein kann.


3. Zweite Chance

Am Ende von einem Quiz, Branching-Szenario oder einer anderen Art von Simulation sollte der Nutzer die Möglichkeit bekommen, die Aufgabe zu wiederholen. Dadurch können vorher gemachte Fehler korrigiert werden, und es entsteht ein direkter Lerneffekt. Außerdem wird auf diesem Wege frühzeitige Demotivation oder Frustration durch das negative Gefühl des „Fehlermachens“, effektiv vermieden.


4. Fehler anderer erkennen

Man muss die Fehler nicht unbedingt selbst machen, um daraus lernen zu können! Denn das Erkennen und die Korrektur von Fehlern anderer hat den selben erwünschten Lerneffekt. Das kann bei Branching-Szenarios beispielsweise insoweit genutzt werden, dass der Lernende selbst keine aktiven Entscheidungen trifft, sondern der fiktionale Charakter diesen Teil übernimmt. Aufgabe des Lernenden ist es nun, die Fehler dieses Charakters zu erkennen, und eventuell zu verbessern. So kann von dem Konzept des „Fehler-Lernens“ profitiert werden, ohne dass der Nutzer das Gefühl des Misserfolgs durch eigene Fehler erfährt.


5. Von Misserfolgen erzählen

Um Demotivation bei den Nutzern zu vermeiden, sollten Sie nicht immer nur von Erfolgsgeschichten durch Ihren E-Learning Kurs erzählen. Berichten Sie stattdessen über den gesamten Weg, der zum gewünschten Ziel geführt hat, inklusive jeglicher Misserfolge durch Fehler. Dies motiviert die Lernenden, am Ball zu bleiben und hilft ihnen dabei das „Lernen durch Fehler“, besser zu akzeptieren.


6. Fehler-Einbau in Erklärungen

Erzählen Sie Ihren Nutzern möglichst genau von häufigen Fehlerquellen, wenn Sie allgemeine Erklärungen eines Sachverhaltes geben. Wichtig ist es dabei jedoch, dass Sie klar und deutlich hervorheben, dass die Lernenden diese Fehler nicht machen sollen! Eine klare Abgrenzung ist hier von großer Bedeutung, um die Nutzer Ihres E-Learning Kurses nicht zu verwirren.

Versuchen Sie bei Ihrem Online-Kurs eine Lernatmosphäre zu schaffen, die zeigt: Fehler machen ist erlaubt (und sogar erwünscht)! Ihr Ziel sollte es sein, dass die Nutzer die negativen Emotionen gegenüber Fehlern verlieren, um diese besser Reflektieren zu können. Als positive Konsequenz sind ein höherer Lernerfolg und eine höhere Zufriedenheit der Lernenden durch Ihren E-Learning Kurs garantiert!


Quellen:
  1. Elke M. Schüttelkopf: „Lernen aus Fehlern: Wie man aus Schaden klug wird“ (Buch)
  2. Erfahrungsbasiertes Lernen
  3. 6 Ways To Use Mistake-Driven Learning

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