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Personalisiertes Lernen & E-Learning

Donnerstag, 27. September 2018 - Kategorie: Tipps & Tricks

Der Trend des personalisierten Lernens wird als effektive Lernmethode angepriesen und ist unter Experten bereits seit einiger Zeit im Gespräch. Doch können auch digitale Medien und E-Learning bei der Umsetzung dieses Konzepts beitragen? Lernen Sie die unterschiedlichen Dimensionen der Personalisierung kennen und welche Rolle ein Learning Management System (LMS) darin einnehmen kann.

Personalisiertes Lernen & E-Learning

Personalisiertes Lernen mit digitalen Medien

Eine sehr interessante, aktuelle Studie1 der Robert-Bosch-Stiftung beschäftigt sich mit verschiedenen Fragen zum Thema personalisiertes Lernen und auf welchem Wege digitale Medien bei der Umsetzung dieses Lernansatzes helfen können. Hauptsächlich wird auf das Lernen in Schulen eingegangen. Jedoch kann man sehr viele Aspekte auch auf Unternehmensebene anwenden. Im Folgen möchten wir einige relevanten Erkenntnisse und Inhalte der Studie mit Ihnen teilen, sodass Sie einen besseren Überblick zupersonalisiertem Lernen erhalten.

Was ist personalisiertes Lernen?

Grundsätzlich ist es so, dass face-to-face Training in kleinen Gruppen zum Teil immer einen personalisierten Charakter hat, da der zuständige Trainer die Möglichkeit besitzt, auf die einzelnen Teilnehmer einzugehen.
Wie sieht das ganze jedoch bei größeren Gruppen oder Online-Trainings aus? In Deutschland ist personalisiertes Lernen mittels Digitaler Medien noch nicht besonders weit verbreitet, da es für viele mit umständlichen und grundlegenden – oft teuren – Veränderungen der Trainingsstrukturen einhergeht.
Dabei könnte personalisiertes Lernen eine effektive Lernmethode der Zukunft darstellen, da es das Ziel hat, auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Lernenden einzugehen. Denn Fakt ist: Individuen sind mit unterschiedlichen Kompetenzen und Lernerfahrungen ausgestattet, sodass beim Lernen in großen Gruppen oder einem einheitlichen Online-Kurs „schwächere“ Teilnehmer oftmals nicht mitkommen, während das Lerntempo für andere eventuell sogar zu langsam ist.
Möchte man eine genaue Definition für personalisiertes Lernen aufstellen, so ergeben sich jedoch einige Probleme. Denn es gibt einige Überschneidungen und Wiedersprüche in der wissenschaftlichen Literatur, welche oft vom jeweiligen Betrachtungszeitraum und dem Anwendungskontext von personalisiertem Lernen abhängig sind. Da es sich also um einen sehr vielschichtigen Begriff handelt macht es Sinn, sich die einzelnen Dimensionen etwas genauer anzusehen.

Sechs Dimensionen personalisierten Lernens

Um der Frage nachzukommen, wie digitale Medien und E-Learning personalisiertes Lernen unterstützen können, sollte man sich die einzelnen Dimensionen dieses Lernansatzes genauer ansehen. Der Fokus liegt auf diesen sechs W-Fragen:

1. Warum soll etwas gelernt werden?

Hier geht es um die Lernziele des jeweiligen Trainings. Dabei liegt die Entscheidung meist beim Unternehmen, welches Angebot an Online-Kursen sie ihren Mitarbeitern anbieten wollen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, die Kenntnisse und Fähigkeiten der Lernenden zu kennen, um Wissenslücken mittels der Schulungen schließen zu können.

2. Wie soll etwas gelernt werden?

Bei dieser Dimension steht der Lernansatz im Mittelpunkt. Grundsätzlich erweitert personalisiertes Lernen den Spielraum für die Nutzung verschiedenster Lernmethoden und im Zusammenhang mit digitalen Medien und E-Learning kann projektorientiertes Lernen gefördert werden. Vor allem Lernansätze, welche eine Mischung aus Online- und Präsenztraining sind (Blended Learning und Flipped Learning) sind hervorragend mit personalisiertem Lernen vereinbar. Insgesamt kann dadurch auch der Vorbereitungsaufwand für die Trainer deutlich reduziert werden, sodass diese sich mehr auf die Bedürfnisse einzelner Lernenden konzentrieren können.

3. Was soll gelernt werden?

Zunächst muss sichergestellt werden, dass die Lerninhalte des jeweiligen Trainings sinnvoll und effektiv gegliedert sind, um den Teilnehmern das Lernen zu erleichtern (Stichwort: Microlearning). Um den aktuellen Lernstand der Nutzer zu ermitteln, eignen sich Learning Management Systeme (LMS) besonders gut. Diese bieten Datenanalysen des Nutzerverhaltens der Lernenden auf der E-Learning Plattform und können somit für jeden Teilnehmer den optimalen, personalisierten Lernpfad ermitteln.

4. Wann soll etwas gelernt werden?

Bei dieser Dimension muss zweierlei unterschieden werden: das Lerntempo einer Gruppe insgesamt und das einzelner Personen. Zudem ist es abhängig von den definierten Lernzielen und den individuellen Stärken und Schwächen der Teilnehmer des (Online-) Trainings. Auch diese Faktoren können von einem passenden LMS erkannt werden, was es möglich macht, E-Learning Profile der Nutzer laufend zu aktualisieren und herauszufinden, wann ein Teilnehmer den Kurs eventuell wiederholen sollte. Die Personalisierung der Lerninhalte und die Ermittlung des passenden Lerntempos für jedes Individuum werden dadurch also deutlich einfacher.

5. Wer soll etwas lernen?

Wie sieht die Zusammensetzung der Lerngruppe aus? Handelt es sich um eine eher homogene Gruppe, bei der alle Teilnehmer auf demselben Wissensstand sind, oder haben sie unterschiedliches Vorwissen? Diese Fragen zur Sozialform sollten Sie definitiv in Betracht ziehen, um die Lernziele an die einzelnen Teilnehmer anzupassen. Personalisiertes Lernen bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass es keine sozialen Interaktionen in Gruppen geben kann. Besonders bei der gemeinsamen Anwendung mit dem „Blended Learning“ Ansatz spielt nämlich auch Social Learning bei den Präsenzphasen eine wichtige Rolle. Zudem können auf der E-Learning Plattform genutzte Lernnetzwerke, auf denen die Nutzer sich über ihre persönlichen Erfahrungen und Lernerfolge austauschen können, das personalisierte Lernen unterstützen.

6. Wo soll etwas gelernt werden?

Hier stellt sich die Frage: Soll das Training zu Hause oder am Arbeitsplatz durchgeführt werden? Unabhängig vom Lernkontext kann personalisiertes Lernen beide Ansätze unterstützen und bietet unterschiedliche Vorteile. Wie bereits erwähnt ist Blended Learning hier der beste Weg, personalisiertes Lernen einzuführen, da die Teilnehmer sowohl die E-Learning Plattform zur Wissensaneignung nutzen, als auch die soziale Interaktion innerhalb der Gruppe gegeben ist.

Personalisiertes Lernen kann durch den relativ hohen Umsetzungsaufwand auf viele Unternehmen zunächst abschreckend wirken. Betrachtet man jedoch schrittweise alle vorgestellten Dimensionen, so kann etwas Klarheit in dieses komplexe System gebracht werden. Steht das Lernen an sich im Mittelpunkt, so kann personalisiertes Lernen also sehr effektiv sein und sowohl den Teilnehmern, als auch den Trainern eine höhere Flexibilität bieten. Wichtig ist jedoch, dass es im gesamten Unternehmen umgesetzt wird und alle Beteiligten eine gewisse Zeit zur Umstellung bekommen. Auch andere Lernmethoden wie Blended Learning oder Social Learning können hervorragend mit personalisiertem Lernen kombiniert werden! Am Ende muss jedoch jedes Unternehmen für sich selbst entscheiden, ob die Umsetzung von personalisiertem Lernen lohnenswert ist. 

Quellen:
  1. Personalisiertes Lernen mit digitalen Medien

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