Der Einfluss des Instruktionsdesigns auf Ihre E-Learning-Kurse

Donnerstag, 18. Juli 2019 - Kategorie: E-Learning Trends

Design ist Form und Funktion – das gilt auch für das Instruktionsdesign im E-Learning. Dabei spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. So hat jeder Teilnehmer eines E-Learning-Kurses einen jeweils anderen Lernstil: Die einen merken sich visuelle Informationen besser, die anderen bevorzugen textbasiertes Lernen oder im Audioformat. Erfolgreiche E-Learnings sollten diese Vorlieben berücksichtigen und sich mit weiteren auseinandersetzen. Gute Gründe also, sich mit dem Thema Instruktionsdesign zu beschäftigen.

Der Einfluss des Instruktionsdesigns auf Ihre E-Learning-Kurse

Am Anfang jedes E-Learning-Projekts stehen die Inhalte: Informationen, die die Teilnehmer sich einprägen und verinnerlichen sollen – etwa um im Arbeitsalltag mithalten zu können oder ihren Job überhaupt ausüben zu können. Diese Daten stehen jedoch in der Regel zunächst unstrukturiert und vor allem meist nicht gerade ansprechend parat. Instruktionsdesign bezeichnet den Prozess, um aus trockenen Daten und Fakten ansprechende Lerninhalte zu generieren1. Welche Inhalte das sind, kann stark variieren: Möglich sind Serious Games ebenso wie audiovisuelle Inhalte oder Gamification-Elemente. So stellt sich die Frage: Welches Design wählen Sie aus?

Welche Aspekte gehören zum E-Learning-Design?

Ein Instruktionsdesigner, auch E-Learning-Designer, -Entwickler oder -Autor genannt, ist für die gesamte Darstellung des Kurses verantwortlich. Er stellt fest, welchen Schulungsbedarf es gibt, wer die Zielgruppe ist und auf welchem Wissenslevel sie ist. Er definiert die Ziele der E-Learning-Lektion und gestaltet den Kurs. Nicht immer übernimmt diese Aufgaben eine Person, oftmals steckt ein ganzes Team dahinter.

Ziel eines erfolgreichen E-Learning-Designs ist es, dass die Teilnehmer die transportierten Informationen motiviert und engagiert aufnehmen und verinnerlichen. Für das Engagement spielt das Design eine herausragende Rolle – und das nicht allein aus ästhetischen Gründen.

Welche Lerntypen gibt es?

Es gibt zahlreiche Lernstilmodelle. Eine davon ist Neil Flemings VARK-Theorie2. VARK steht für

  • Visual (visuell)
  • Auditory (auditiv)
  • Read/Write (Lesen und Schreiben)
  • Kinesthetic (Kinästhetisch) 

Der visuelle Lerntyp bevorzugt Bilder und Bewegtbilder: Grafiken, Diagramme, auch geschriebene, schnell zu erfassende Listen helfen ihm, sich einfacher an die Lerninhalte zu erinnern. Mit dem gesprochenen Wort hat er dagegen eher Schwierigkeiten und merkt sich das weniger gut.

Dem auditiven Typ fällt das jedoch wiederum leicht. Dafür hat er mit dem geschriebenen Wort oder Informationen in Wort und Bild eher Schwierigkeiten.

Der Lese- und Schreibtyp nimmt Informationen vor allem über Texte auf, im Unterschied zum visuellen Typ weniger über Bilder und Grafiken.

Der kinästhetische Lerntyp ist der klassische Vertreter von „Learning by doing“. Er lernt am besten „on the Job“ und erprobt sein Wissen direkt in der Praxis.

Die verschiedenen Lerntypen sind allerdings oft vermischt. Viele Menschen sind nicht zu 100 Prozent visuelle oder auditive Lerntypen, sondern eine Mischung aus mehreren Typen.

Was macht der Instruktionsdesigner mit den verschiedenen Lerntypen?

Für den Instruktionsdesigner ergeben sich aus den verschiedenen Lerntypen ebenso Chancen wie Herausforderungen. Um erfolgreiche E-Learning-Kurse zu entwickeln, muss er wissen, welche Informationen transportiert werden sollen, und in welcher Weise das idealerweise geschieht. Eine Analyse der Zielgruppe gehört daher zu den ersten Schritten jedes E-Learning-Projekts. Nun ist es nur selten möglich, alle Teilnehmer zunächst auf ihr individuelles Lernverhalten zu testen – und selbst wenn es theoretisch möglich wäre, ist es kaum wirtschaftlich.

Es ist daher sinnvoller anzunehmen, dass die meisten Menschen verschiedene Lerntypen vereinen und somit möglichst sämtliche Elemente in die Kurse zu integrieren.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung:

Angenommen, Sie haben ein Möbelstück zum Zusammenbauen gekauft und es wird geliefert. Die Anleitung besteht zum größten Teil aus Text, der durch ein Diagramm mit dem fertigen Möbelstück ergänzt wird. Wie gehen Sie vor? Sie werden sich voraussichtlich auf sämtliche Informationen beziehen: Anhand des Textes finden Sie heraus, welche Schritte Sie ausführen müssen, um das Möbelstück zusammenzubauen. Das Diagramm zeigt Ihnen, wie es aussehen muss. Kommen Sie gar nicht mehr weiter, rufen Sie die Hotline des Herstellers an und fragen nach weiteren Instruktionen. Welcher Lerntyp sind Sie nun? Die Antwort lautet wohl: In Ihnen steckt von jedem Typ ein wenig.

Ein gelungenes Instruktionsdesign berücksichtigt daher alle Lerntypen. Denn der Designer kann nur schwer herausfinden, welcher Typ in dem jeweiligen Kurs dominiert und ist daher gut beraten, wenn er auf einen abwechslungsreichen Darstellungsmix setzt.

Wichtiger als der Fokus auf bestimmte Lernstile sind die transportierten Inhalte und ihre Darstellung3. Das Instruktionsdesign sollte das bestmögliche Lernerlebnis fördern – und das funktioniert am besten mit einer abwechslungsreichen Darstellung.

Gelungene E-Learnings: weitere Auswahlkriterien für das Design

Neben einer abwechslungsreichen Darstellung spielen weitere Kriterien eine Rolle, die zum Erfolg der E-Learning-Lektionen beitragen. Audios, Videos, Grafiken und Gamification-Elemente sollten stets in ein zum Kurs passendes Design eingebunden werden. Ein einheitliches Erscheinungsbild des Kurses trägt viel zum Lernerlebnis bei und motiviert die Teilnehmer, dranzubleiben.

Gibt es im Unternehmen ein Corporate-Design, sollte der Instruktionsdesigner dieses nutzen4. Erstens, weil es die Design-Auswahl vereinfacht, zweitens, weil sich die Teilnehmer in einem solchen Kurs eher „zuhause“ und mit ihrem Unternehmen verbunden fühlen. Das Corporate-Design lässt sich zudem für alle folgenden E-Learning-Kurse nutzen und es ist nicht notwendig, für jede Lektion ein neues Design zu entwerfen. Das bedeutet nicht zuletzt eine Zeit- und Kostenersparnis.

Die Wirkung eines optimalen Instruktionsdesigns

Die reinen Informationen sind nicht genug: Es kommt bei einem erfolgreichen E-Learning-Kurs vor allem auf die Darstellung der Informationen an. Die Teilnehmer verlieren bei einer reinen Aneinanderreihung der Fakten mit hoher Sicherheit schnell das Interesse an der Lektion – und dann bleibt vom Kurs kaum etwas hängen, Zeit und Geld sind vergeudet. Werden die Inhalte ansprechend, spannend dargestellt, sowie abgestimmt auf die verschiedenen Lerntypen, das Corporate Design des Unternehmens und die Lernziele, stehen die Chancen gut, dass Ihre E-Learnings Erfolg haben. Ein gutes Design kann einen Kurs effektiver machen und muss nicht schwer umzusetzen sein. Baukastensysteme und Automatisierungen helfen dabei, E-Learnings in einem ansprechenden Design zu erstellen und sich bei der Entwicklung auf die Inhalte zu konzentrieren.


Quellen:
  1. Eine Einführung ins Instruktionsdesign
  2. Erfolgreicher Lernen: Mit E-Learning verschiedene Lernstile effektiv kombinieren
  3. Instructional Design And Learning Styles
  4. So wählen Sie ein Design für Ihren E-Learning-Kurs aus

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