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Wie Sie mit Worst-Case-Szenarien Ihre E-Learnings verbessern können

Mittwoch, 09. Oktober 2019 - Kategorie: Tipps & Tricks

E-Learnings sollen den Wissensstand der Teilnehmer erweitern sowie neue Handlungswege aufzeigen. Das sollte so anschaulich wie möglich erfolgen und individuell an den Wissensstand und die Lernziele der Teilnehmer angepasst werden. Kurz gesagt: E-Learning-Kurse sollen möglichst alles besser machen – und auf keinen Fall schlechter. Wie also können Worst-Case-Szenarien dabei helfen, Ihre E-Learning-Kurse auf ein höheres Niveau zu heben, und die Ergebnisse signifikant verbessern? Hier erfahren Sie, wie Ihnen der schlimmste anzunehmende Fall dabei helfen kann, Ihre E-Learning-Kurse zu optimieren.

Wie Sie mit Worst-Case-Szenarien Ihre E-Learnings verbessern können

Bei der Vorbereitung eines E-Learning-Kurses werden in der Regel Lernziele, Methoden und Fristen definiert: Welche Inhalte sollen vermittelt werden, welches Vorwissen haben die Teilnehmer? Alles dreht sich darum, was gut laufen und welche positiven Effekte der Kurs haben soll. Doch drehen wir die Sache nun einmal um: Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Was kann schiefgehen, wenn ein Projekt eine völlig andere Denkweise als gewohnt verlangt oder neue Maschinen eingeführt werden? Oftmals ist es wirkungsvoller zu erkennen, was der Super-GAU wäre, als sich lediglich auf die positiven Aspekte zu fokussieren. Wenn Sie eine genaue Vorstellung davon haben, was in einem bestimmten Projekt oder Szenario den Erfolg verhindern kann, lässt dies sich einfacher vermeiden. Schließlich sind Sie vorbereitet. Entwickeln Sie in der Analysephase eines Projekts ein E-Learning mit einem Worst-Case-Szenario, nutzen Sie wichtige Potenziale, um die Kursergebnisse zu verbessern. Wir stellen Ihnen die vier wichtigsten Argumente pro Worst Case vor.1

Ziele identifizieren und priorisieren

In jedem E-Learning-Kurs sollten die Teilnehmer wichtige und weniger wichtige Aspekte erfahren. Einer der ersten Schritte ist es, sie zu sammeln und zu ordnen. Doch woher wissen Sie, welche unverzichtbar sind und welche nicht? Um die Relevanz der verschiedenen Projektziele in der Praxis herauszufinden, stellen Sie sich den schlimmsten Fall vor, wenn etwas schiefgeht. Ist es nicht so tragisch, wenn eines der Ziele nicht erreicht wird? Oder geht das gesamte Projekt den Bach herunter, schadet es womöglich sogar dem Renommee des Unternehmens?

Je gefährlicher es ist, wenn eines der Ergebnisse nicht erreicht wird, desto wichtiger ist es – und desto mehr Zeit und Aufmerksamkeit sollten Sie ihm im Kurs widmen. Stellt sich umgekehrt heraus, dass eines der zuvor definierten Ziele gar keinen Einfluss auf den Projekterfolg hat, können Sie es mitunter sogar streichen. So straffen Sie nicht zuletzt die Kursinhalte und fokussieren sich auf das Wichtigste.

Nutzen Sie die Macht der Geschichten

Informationen, die in eine Geschichte verpackt werden, bleiben länger im Gedächtnis. Je kreativer sie ist, desto besser.2 Sie dürfen daher ruhig aus dem Vollen schöpfen, solange Sie darauf achten, dass Sie das Positive verstärken. Nutzen Sie dafür das bewährte Mittel des Storytellings:3 Dem Gehirn fällt es leichter, Informationen zu verarbeiten und zu speichern, wenn es sich dazu etwas vorstellen kann. Geschichten sprechen Emotionen an und machen im besten Fall einfach Spaß. So erhöhen Sie die Motivation und den Lernerfolg. Entwerfen Sie ein Worst-Case-Szenario, das es in sich hat, und stellen Sie den Best Case dagegen. Szenarien der Ereignisse zu zeigen, wenn bestimmte Aspekte in einem Projekt oder einer Aufgabe nicht berücksichtigt worden sind, sollte keinesfalls Ängste auslösen. Fokussieren Sie sich auf die positiven Fakten, auf den Nutzen des Gelernten und was die Teilnehmer für das Projekt tun können.

Übrigens kann Augmented Reality beim Entwerfen eines Worst Case hervorragende Dienste leisten: In virtuellen Welten entstehen authentische Situationen, die seitens der Teilnehmer eine hohe Konzentration, kreative Lösungswege und Teamarbeit erfordern.4 Sie können den Worst Case extrem realistisch „nachspielen“ und so lernen, wie sie sich in einem Katastrophenfall verhalten. Augmented Reality vermittelt damit vor allem in Schreckensszenarien in technischen oder medizinischen Bereichen anschauliches Wissen.

Schwachstellen und Potenziale erkennen

Beim Entwerfen eines Worst-Case-Szenarios können Sie am besten herausfinden, was in einem Projekt gut läuft und was nicht. Außerdem zeigt es, auf welche Punkte im Kurs besonders intensiv eingegangen werden sollte. Stellt sich heraus, dass eine bestimmte Sache mit hoher Sicherheit schiefgehen wird, lohnt es sich, ihr eine Extra-Lektion zu widmen. Umgekehrt können Sie ein anderes Thema nur kurz anreißen, wenn abzusehen ist, dass dieser Punkt ohnehin gut laufen wird. Um das zu erkennen, ist allerdings ein umfangreiches Wissen notwendig: über die Kenntnisse und Fähigkeiten der Teilnehmer sowie über vorherige Projekte mit ähnlichen Inhalten. Sollte all das (noch) nicht vorliegen, planen Sie für die Zukunft: Die Entwicklung eines Super-GAU-Szenarios wird helfen, zukünftige Projekte noch besser einschätzen zu können. Dokumentieren Sie zudem die Ergebnisse für spätere E-Learnings.

Worst Cases bergen das Potenzial für stetige Verbesserungen

Haben Sie einen Worst Case für ein neues E-Learning-Projekt ausgearbeitet, geht es an die Feinarbeit: Es kann sein, dass Sie einige Inhalte überdenken müssen, damit der schlimmste Fall erst gar nicht eintritt. Letztendlich führt das zu einer permanenten Entwicklung des Kurses. Nach Absolvierung sollten sich die Seminarleiter und -Entwickler fragen, ob sie verhindern konnten, dass es zum Super-GAU kommt, und gegebenenfalls nachbessern. Dann beginnt der Prozess von vorn: Was lässt sich besser machen? An welchen Stellen sollten Sie ansetzen, damit es nicht zum Äußersten kommt?

Fazit: Worst-Case-Szenarien sind ein wichtiges Mittel für erfolgreiche E-Learnings

Zu wissen, was im schlimmsten Fall passieren kann, ist ein wichtiger Schritt zum Erfolg eines jeden Projekts. Dabei kann es sich um einen Auftrag für einen neuen Kunden handeln, bei dem wichtiges Know-how oder besondere Umstände zu einem erhöhten Schulungsbedarf führen, oder um sicherheitsrelevante Szenarien. Und nicht nur die Kursleiter sollten sich darüber im Klaren sein. Allerdings ist beim Vermitteln des Worst Case an die Teilnehmer Fingerspitzengefühl gefragt – schließlich sollen sie sich weder das Falsche einprägen noch sich vor negativen Auswirkungen ihres Handelns fürchten. Allein die Beschäftigung damit kann die Kreativität fördern und anregen, um die Ecke zu denken sowie neue Handlungswege aufzeigen.


Quellen:
  1. Worst-Case Scenarios Create Effective Learning
  2. Lernen mit kreativen Bildern und verrückten Geschichten
  3. Das Löwenzahn-Prinzip
  4. In virtuellen Welten neue Kompetenzen vermitteln

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