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Digitales Lernen: Wie viel Digitalisierung braucht es im Bildungswesen?

Donnerstag, 20. Februar 2020 - Kategorie: E-Learning Trends

Computer, Tablets und Smartphones sind aus dem Alltag längst nicht mehr wegzudenken. Egal, ob es sich ums Einkaufen oder ums Fitnesstraining handelt - mittlerweile gibt es für alles eine App. Eher zögerliche Schritte auf dem Gebiet der Digitalisierung hingegen macht das Bildungswesen. Erst Ende 2018 wurde die Absicht zur Digitalisierungsförderung in allgemeinbildenden Schulen bekannt gegeben. An Hochschulen sieht die Situation jedoch besser aus, denn hier wurden schon vor Jahren die nötigen Digitalisierungsmaßnahmen ergriffen.

Digitales Lernen: Wie viel Digitalisierung braucht es im Bildungswesen?

Aufgrund der Anpassung an die Bologna-Reformen stehen Hochschulen vor einem stetig wachsenden Prüfungsaufkommen, das ein erhöhtes Volumen an Korrekturen nach sich zieht. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Aufwand, dessen es bedarf, um die angeforderten Prüfungen und Klausuren zu koordinieren und zu organisieren. Statt sie auf Papier zu schreiben, geben Lernende ihre Antworten nunmehr am Rechner ab. Die Digitalisierung hat das Potenzial, das Bildungswesen von Grund auf zu verändern und es den neuen Realien der digitalisierten Welt anzupassen. Doch wie viel Digitalisierung ist nötig und wie können Bildungseinrichtungen die neuen Technologien am besten zu ihrem Vorteil nutzen?

Digitalisierung an Hochschulen

Seit Jahren halten immer mehr digitale Prozesse Einzug in das Bildungswesen. Hochschulen stehen dabei an vorderster Front, denn vor allem hier ist die Nachfrage nach digitalen Stützen besonders groß. Da sich die Studentenzahlen fortlaufend erhöhen, sind Klausuren mittlerweile zu Massenveranstaltungen mutiert, die in entsprechend weitläufigen Räumlichkeiten abgehalten werden müssen. Um dem Prüfungskaufkommen standhalten zu können, bedarf es einer ausgezeichneten Planung. Der Einsatz von Software bietet sich in diesem Fall als geeignete Lösung an, um ein hohes Prüfungsvolumen zu bewältigen. Doch nicht nur im organisatorischen Bereich greift spezielle Software Hochschulen unter die Arme: Sie sorgt auch dafür, dass Klausurfragen ohne größeren Aufwand auf ihre Qualität hin überprüft und eventuelle Stolpersteine schnell aus dem Weg geräumt werden können.1 Prüfungssoftware bietet in jeder Etappe des Prüfungsprozesses eine geeignete Lösung an, wodurch sich dieser einfacher gestalten lässt. Die Metaanalyse der Prüfungsergebnisse kann nachträglich als Hilfsmittel zur Erstellung weiterer Klausuren herangezogen werden.

Vorteile von Prüfungssoftware

Immer häufiger ist an Hochschulen die Methode des "Blended Learnings" anzutreffen, bei dem Präsenzveranstaltungen und E-Learning kombiniert werden. Diese Art des Lernens ist darauf bedacht, die Vorteile beider Lernformen in ein neues Format zu integrieren, um optimale Resultate zu erzielen. Lernende können Schwerpunkte setzen und ihr Lerntempo selbst bestimmen. Wird die Software auch in den Lernprozess eingebunden, können Lernende ihre Schwachstellen identifizieren und sich bestimmten Themenbereichen intensiv zuwenden.

Auch für Bildungseinrichtungen bietet Prüfungssoftware erhebliche Vorteile. Zuallererst ist eine Reduktion des Korrektur- und Personalaufwands zu nennen, da zahlreiche Aufgabenformate wie Multiple Choice, Zuordnungsfragen und Lückentext automatisiert auswertbar sind. Das Abschreiben wird dank der Software fast unmöglich gemacht, da sich die Fragen per Zufallsgenerator zusammenstellen lassen. Studenten müssen nicht mehr tagelang auf die Auswertung warten - das Prüfungsergebnis kann bereits am selben Tag elektronisch übermittelt werden. Zudem lässt sich die Software sogar, wenn auch begrenzt, bei Freitextaufgaben einsetzen, da sie Rechtschreibfehler automatisch erfasst und somit die Korrekturzeit verkürzt.1 In vielen Bereichen fördern E-Klausuren das praxisorientierte Prüfen - beispielsweise bei Aufgaben aus dem IT-Bereich oder der Statistik.2

Fallstricke der E-Prüfung

Damit die E-Klausur reibungslos über die Bühne geht, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Oftmals kommt es gerade hier zu Zwischenfällen, die das Konzept gänzlich infrage stellen. Ohne ein stabiles Serversystem geht nichts, denn bricht der Server zusammen, kann der Klausurtermin vorerst nicht abgehalten werden. Deshalb müssen Soft- und Hardware einer regelmäßigen Wartung unterzogen werden, außerdem muss auf eine ausreichende Serverkapazität geachtet werden. Sowohl Prüfer als auch Prüfungskandidaten sollten mit der Software bestens vertraut sein, damit es bei der Online-Prüfung nicht zu bösen Überraschungen kommt. Deshalb empfiehlt es sich, eine Probeklausur durchzuführen, bei der sich die Studierenden an das neue System gewöhnen können.

Obwohl der Personalaufwand durch E-Klausuren auf Dauer verringert werden kann, ist die Umstellung in der Anlaufphase mit hohen Kosten verbunden. Die Universität Hamburg hat sich dafür entscheiden, E-Klausuren wieder einzustellen. Neben den Kosten seien rechtliche und technische Fragen dafür verantwortlich gewesen, wurde berichtet.3 Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob ein automatisiertes System überhaupt in der Lage ist, komplexere Strukturen zu erfassen und auszuwerten. Während E-Klausuren für das Abfragen von Grundwissen (beispielsweise im Medizinstudium) wie geschaffen erscheinen,4 wäre es töricht, sich dieselben Resultate bei Aufsätzen zu erhoffen. Es erscheint demnach unwahrscheinlich, dass sich die E-Klausur als einziges Prüfungsmodell wird durchsetzen können.

Metaanalyse: Was lässt sich aus der Auswertung von E-Klausuren herauslesen?

Bei der Evaluation von E-Klausuren erhalten Bildungseinrichtungen wichtige Daten. Die Auswertung dient nicht nur zur Benotung der Studenten, sondern auch zur Analyse der Klausur und der darin gestellten Fragen. Die Ergebnisse geben Aufschluss über Probleme: So werden beispielsweise diejenigen Fragen herausgefiltert, an denen sich selbst die erfolgreichsten Prüfungskandidaten die Zähne ausbeißen. Solche Fragen müssen auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden, da mangelhafte Ergebnisse oftmals auf eine ungünstige Formulierung zurückzuführen sind. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass eine unzulängliche Wissensvermittlung vorliegt. Die Metaanalyse kann auch bei Probeprüfungen zweckmäßig eingesetzt werden, um Wissenslücken erfolgreich zu schließen. E-Klausuren lassen sich individuell zusammenstellen, wobei auf spezifische Themenbereiche eingegangen werden kann.

Wie viel Digitalisierung verträgt das Bildungssystem?

E-Klausuren haben sowohl Vor- als auch Nachteile. Da sich ihre Nützlichkeit von Studiengang zu Studiengang erheblich unterscheidet, ist es nicht einfach, ein eindeutiges Verdikt abzugeben. Allgemein sei angemerkt, dass E-Klausuren bei einer hohen Anzahl an Fragen mit Einfach- und Mehrfachauswahl sowie Zuordnungsfragen durchaus sinnvoll sind. Wenig bis gar nicht zumutbar ist die automatisierte Auswertung von Aufsätzen, da Software nicht in der Lage ist, Argumentationen und komplexe Zusammenhänge zu erfassen. Immer mehr Universitäten steigen auf E-Klausuren um, wobei weiterhin auf eine Vielfalt von Prüfungsformen gesetzt wird. Nur so können Kompetenzen adäquat gemessen werden.


Quellen:
  1. E-Klausur
  2. Vorteile von E-Klausuren
  3. Hochschulen testen E-Klausuren für Prüfungen
  4. E-Klausuren als neues Testformat

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