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Homeschooling und E-Learning nach Corona-Zeiten - was kommt, was bleibt?

Montag, 03. Mai 2021 - Kategorie: Neuigkeiten

Lernen aus der Distanz, Homeschooling, Fernunterricht - landesweite Schul- und Hochschulschließungen ließen im Frühjahr 2020 elektronische Lernangebote zu einem wichtigen Mittel werden. Der Wechsel vom klassischen Frontal- zum virtuellen Unterricht wurde zur Herausforderung. Er brachte allerdings auch so manche innovative Lösung mit sich. Wird digitales Lernen auch nach Corona stattfinden? Und welche Potenziale stecken in der Virtualisierung des Unterrichts?

Homeschooling und E-Learning nach Corona-Zeiten - was kommt, was bleibt?

Digitalisierung in Deutschland - der Status Quo an den Schulen

Im April 2020 wurde der Schul- und Universitätsunterricht nahezu vollständig in die eigenen vier Wände verlegt. Das brachte hierzulande so manche Schwäche im digitalen Ausbau zum Vorschein: Vielen Lernstätten fehlte es an Ausrüstung, um ihre Schüler auch aus der Distanz effektiv zu unterrichten. So berichtete das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi im März 2021 von einem Rückfall Deutschlands in Sachen Digitalisierung - und dass der Ausbau unter anderem im Schulwesen selbst nach Beginn des Homeschoolings nur schleppend verlief.1

Eine im Juni 2021 veröffentlichte Studie2 der Universität Göttingen kam zu dem Ergebnis, dass mehr als 90 Prozent des Lehrpersonals im Distanzunterricht an ihren privaten Rechnern arbeiteten. Dass die Schüler über einen Wifi-Anschluss verfügen, sei ebenfalls nicht zu erwarten gewesen. Die Folge: Das digitale Unterrichtsangebot konnte nicht alle Kinder erreichen.

Der Digitalpakt Schule soll das sukzessive ändern. Bis 2024 sollen fünf Milliarden Euro vom Bund und 500 Millionen Euro von den Ländern in den digitalen Ausbau der Lernstätten gesteckt werden: für Lernplattformen, Notebooks, Tablets, Whiteboards und Cloud-Lösungen.

Lernen nach Corona - Hybrid-Unterricht auf dem Vormarsch

Im Zuge der Pandemie hat sich der digitale Ausbau der Schulen beschleunigt, wenn auch bisher noch ungleich verteilt.3 Dafür haben die Familien aufgerüstet. Mehr als 90 Prozent der in einer Studie Befragten gaben an, ihre Kinder fänden in den eigenen vier Wänden mittlerweile ein Umfeld vor, in dem sie effektiv von zu Hause aus lernen könnten. Insbesondere ältere Schüler sind dazu auch kognitiv in der Lage.4 Grundschüler dagegen bleiben weitaus stärker auf die Lehrkraft fokussiert und benötigten nach wie vor Präsenzunterricht.

Trotz einiger Schwächen in der digitalen Ausstattung ist abzusehen, dass virtuelle Kurse und Distanzlernen auch in Zukunft eine Rolle spielen werden. Zum klassischen Unterricht können zumindest zeitweise Fernunterricht und digitale Elemente vor Ort dazukommen. Die Voraussetzungen sind vielerorts geschaffen - und bergen das Potenzial für völlig neue Unterrichtsformen, die mehr sind als aus der Not geborener Ersatz für klassische Wissensvermittlung. Digitales Lernen hat viele Vorteile, sowohl organisatorische als auch kognitive - sofern es clever geplant ist.

E-Learning ist nicht gleich Homeschooling

Unterricht in digitaler Form zu präsentieren, macht noch lange kein erfolgreiches E-Learning-Angebot aus. Insbesondere zu Beginn des Distanzunterrichts bestand die virtuelle Schule vielfach aus PDF-Arbeitsblättern und Aufgaben, die per E-Mail hin- und hergeschickt wurden. Dazu kam ein angepasster Frontalunterricht per Zoom. Mit E-Learning haben diese Methoden jedoch nur wenig zu tun. Dabei bergen durchdachte digitale Unterrichtsinhalte lukrative Potenziale für die Optimierung des Distanzunterrichts - und nicht nur für diesen. Mit der Rückkehr an die Schulen kristallisierte sich vielerorts heraus, dass die Digitalisierung einen enormen Schub erhalten hat. Das lässt sich auch vor Ort nutzbar machen.
Typische E-Learning-Elemente wie die Verknüpfung von Text-, Bild- und Tondateien zu einer stimmigen Einheit, Quiz- und Spiel-Elemente, Fortschrittsbalken zur Motivationssteigerung oder Zwischentests für die Manifestierung der vermittelten Fakten können den Lernerfolg deutlich maximieren. Eine Voraussetzung dafür ist die digitale Infrastruktur, etwa in Form von Cloud-Lösungen und Lernplattformen.

Besser digital lernen: innovative Lösungen für den Distanzunterricht

Wie lässt sich virtueller Unterricht erfolgreich gestalten? Diese Frage steht bei der Entwicklung neuartiger Lernangebote im Fokus. E-Learning liefert Lösungen. So ist eine zentrale Lernplattform das Herzstück eines erfolgreichen Homeschoolings. Das virtuelle Klassenzimmer erlaubt einen zentralen Zugriff und die Erstellung von individuellen Lernseiten. Entsprechende Lösungen existieren, etwa von Anbietern wie moodle, schul.tools oder Sharezone.

Auf Plattformen wie diesen lassen sich Inhalte speichern und abrufen, die digitales Lernen interaktiv machen - eine Voraussetzung für eine effiziente Wissensvermittlung. Spielerische Module, im E-Learning unter dem Schlagwort Gamification bekannt, Anbindungen an Chat- und Videosysteme sowie Social-Media-Schnittstellen erlauben eine Kommunikation in Echtzeit und ein Lernerlebnis, das Spaß macht.

Eine Voraussetzung dafür ist, dass das Lehrpersonal digital fit ist. Dann können sie die Schüler auf einem völlig neuen Level erreichen - zum Beispiel als Social-Media-Influencer5 oder begleitender Coach. Der lässt den Unterrichtsteilnehmern weitgehend freie Hand, die Aufgaben auf ihre Weise zu lösen und tritt eher in der Rolle des Moderators auf. So lassen sich analoge und digitale Inhalte zu einem Ganzen verknüpfen.

Digital lernen: Vorteile und Chancen des Distanzunterrichts

Zumindest zeitweise wollen viele Schulen das hybride Lernen beibehalten.6 Das kann, muss jedoch nicht zu Hause stattfinden. In gut ausgerüsteten Schulen sowie Universitäten können virtuelle Lerninhalte den regulären Unterricht begleiten und ergänzen. Junge Menschen nutzen digitale Medien bereits in ihrer Freizeit ganz selbstverständlich und prägen sich Inhalte schnell ein. Jüngere Kinder setzen dabei vielfach auf spielerische Darstellungen, ältere eher auf die Informationsbeschaffung.7

Sind die Hardware-Voraussetzungen geschaffen, steht digitalem Lernen im Schul- und Universitätsbetrieb praktisch nichts mehr im Wege. Und das Digitalangebot hat viele Vorteile:8

  • Vermittlung tagesaktueller Inhalte
  • Motivationssteigerung durch spielerische und Quiz-Elemente
  • flexible Zeiteinteilung
  • höherer Lernerfolg durch abwechslungsreiche und angepasste Inhalte

So können E-Learnings mit einem Mix aus Gamification-Elementen, Microlearnings - "Lernhäppchen" mit maximal fünf Minuten langen Einheiten für kurze, prägnante Informationen - sowie Audio- und Videoinhalte zu mehr Spaß am Unterricht führen. Nicht zuletzt ist zu bedenken, dass Schüler und Studenten längst in der digitalen Welt zu Hause sind. Hürden in der Anwendung digitaler Tools sind daher praktisch nicht zu befürchten.

Fazit: Ist Distanzunterricht die Schule der Zukunft?

Die Schüler vollständig aus dem Klassenzimmer zu verbannen, ist nicht die Lösung - digitale Elemente in den Unterricht einzubauen, dagegen schon. E-Learning-Elemente können an den Schulen und Universitäten zu einem ganzheitlichen Lerneffekt beitragen. Der digitale Ausbau und durchdachte Lösungen für das Homeschooling sind nicht zuletzt probate Mittel, Unterricht abwechslungsreicher und flexibler zu gestalten. So muss Präsenzunterricht in Zukunft nicht das alleinige Mittel sein, sondern Teil einer flexiblen Unterrichtsstrategie.


Quellen:
  1. Digitalisierung in Deutschland – Lehren aus der Corona-Krise
  2. Digitalisierung im Schulsystem
  3. Sind die Schulen nach Corona endlich digital ausgestattet?
  4. Wie Schulen das digitale Lernen verbessern können
  5. Is Distance Education More Than A Band-Aid To Get Us Through COVID-19?
  6. Wie gelingt Distanzunterricht?
  7. Wie kann guter Unterricht mit digitalen Medien gelingen?
  8. Online lernen: Vorteile für Schüler und worauf Eltern achten sollten

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